Luftbelastungen Stadt Zürich

1. Die Messwerte liegen

dauernd und massiv über den Grenzwerten. 2. Der motorisierte Verkehr ist der

Hauptverursacher.

 

 

1. Stickoxide

 

Stickoxide werden beim Verbrennen von Brenn- und Treibstoffen emittiert. Sie

führen zur Erkrankung der Atemwege und zu vielfältigen Schädigungen der

Pflanzen und empfindlichen Ökosystemen. Es ist zugleich die wichtigste Vorläufersubstanz von Ozon.

Der Hauptverursacher ist der Verkehr (siehe NOxEM2000).

Wie die Belastungskarte der Stadt Zürich zeigt ist die  NO2 -Belastung

hausgemacht. Deutlich sind die Hauptverkehrsachsen zu sehen, insbesondere

ist darauf der Rosengarten ersichtlich.

An der Rosengartenstrasse (an der NO-Ecke des Schulhauses Nordstrasse,

gemessen in 5 m Abstand vom Fahrbahnrand) und beim Schulhaus Vogtsrain in

Höngg (ruhiges peripheres Wohnquartier, erhöhte

Lage ohne direkte Verkehrsexposition) wurde seit 1983 im Rahmen der

flächendeckenden Messkampagnen des AGU gemessen. Diese lange Messreihe

dokumentiert klar die starke Entlastung, die seither eingetreten ist. Sie

ist eine

Folge der technischen Massnahmen an den Fahrzeugen (v.a. Katalysator), der

Sanierung der Feuerungsanlagen (Low-NOx-Technologie = "Züri-Norm") und der

Nachrüstung der Kehrichtverbrennung mit DeNOx-Anlagen. Nicht zuletzt ist es

auch die Verkehrspolitik des Stadtrates, die bewirkt hat, dass die

Verkehrsmenge in der Stadt Zürich seit 1990 etwa konstant geblieben ist (zum

Vergleich: in der Schweiz betrug das Verkehrswachstum im Mittel etwa 2% pro

Jahr).

 

2. Benzol

 

Benzol ensteht beim Verdunsten von Lösungsmitteln haupsächlich aber bei der

unvollständigen Verbrennung in Automotoren (siehe BenzolEM2000LRV). Benzol

ist hochtoxisch und krebserzeugend (Leukämie).

In der schweizerischen Luftreinhalte-Verordnung sind keine Immissions-Grenzwerte für Benzol festgelegt. Als krebserregender Stoff gilt jedoch das allgemeine Minimierungsgebot. In der EU ist ein Benzol-Grenzwert von 5 mg/m3 in Diskussion.

Am höschsten sind die Städte belastet (siehe BenzolvergleichCH1).

Durch die Senkung des Benzolgehlates im Benzin von  2% auf 1% wird der Gehalt

in der Luft abnehmen (siehe FolieBenzolWip).

 

3. PM10/Dieselruss

 

PM10 wird vom Verkehr (siehe Quellen-Grafik), Industrie und Gewerbe bei

Verbrennungsprozessen und Abrieb emittiert. Der grösste Teil der Belastung in Strassennähe wird durch Aufwirbelungs- und Abriebprozesse verursacht. Hingegen stammt der gesundheitlich besonders bedenkliche Dieselruss fast ausschliesslich  aus den Auspuffen des Schwerverkehrs. Lungengängige Stäube und Russ führen zu

Atemwegerkrankungen und Erhöhung der Mortalität sowie des Krebsrisikos.

 

Auch hier zeigt die Quellengrafik, dass der Hauptverusacher von PM10 der

Verkehr ist.

Die aktuellen Messungen der PM10-Immissionen der letzten 2 Jahre zeigen,

dass alle seit dem 1. März 1998 geltenden Grenzwerte massiv überschritten

werden. Das Jahresmittel 1999 liegt beim Bahnhof Wiedikon auf  205 % des

Grenzwertes und der 24h-Wert wird 87 mal überschritten, statt einmal!

Eine weitere Grafik zeigt den mittleren Tagesgang von Dieselruss an

der Westtangente (AGU-Station Bhf. Wiedikon). Die enge

Korrelation mit der Anzahl dieselbetriebener Fahrzeuge zeigt, dass diese

Immissionen aus den Auspuffen der Lastwagen stammen. Sa/So nimmt die

Belastung entsprechend ab.

Die gesamtschweizerische epidemiologische Studie (Sapaldia) an Erwachsenen

zeigt die gesundheitlichen Langzeitwirkungen erhöhter PM10-Belastungen

(Beispiele: Atemnot, chron. Husten) auf. Die Stadt Zürich wurde nicht in die

Studie einbezogen, die Resultate sind jedoch übertragbar.